EU-Krise 2.0: Italien

Falls Sie geblaubt haben, dass mit Griechenland, Portugal, Irland und Spanien schon alle schwarzen Finanz-Löcher in der EU aufgedeckt sind, glauben Sie sicherlich auch an den Weihnachtsmann. Gestern z.B. stand Italien auf der Speisekarte der Ratingagenturen. Es liegt in der Natur der Sache, dass dies weltweit die Finanzmärkte belastet.

Nürnberg. 24.05.2011 (c) LCF

Liebe Leser,

wie die Ratingagentur Standard & Poors nun veröffentlicht hat, scheint in Italien nicht nur die Sonne. Auch hier gibt es etliche Leichen im Keller. Der Ausblick für Italien sei laut der S&P Agentur negativ und die Staatsfinanzen in Italien seien nicht gesund. So zumindest berichten heute viele Medien, unter anderem auch die Süddeutsche.de. Sollte das italienische Wirtschaftswachstum weiter schwach bleiben, werde die Regierung in Rom Probleme mit ihren Plänen zur Schuldensenkung bekommen.

 

Muss Italien nun auch unter den Rettungsschirm, um Steuergelder aus Deutschland und den letzten liquiden Ländern der EU abzuschöpfen? Vorerst noch nicht, aber genauso wie bei den “PIGS” bekamen wir die schlechten Nachrichten zunächst scheibchenweise serviert.

Die Börsen zumindest sehen das mit keiner Begeisterung und geben der EU-weiten Schuldenkrise neue Nahrung. Und die Risikoaufschläge für die zehnjährigen Staatsanleihen, sowie die Kreditausfallversicherungen Italiens steigen nach dieser “überraschenden” Nachricht sprunghaft nach oben. Dass dies den Euro blitzschnell unter die 1,40 $ Marke gedrückt hat, ist kein Wunder.

Fazit: Haben wir eigentlich die Probleme in Griechenland gelöst? Und in Portugal, in Irland und Spanien? Soviel ich weiß nicht. Damit schlussfolgere ich jetzt einmal, dass mit jedem hinzukommenden Problem-Land die kollektiven Probleme größer werden.

Lassen Sie sich also nicht einreden, dass wir in der ruhigen Sommerphase heile Welt haben. Es brodelt an allen Ecken und Enden. Bereiten Sie sich in Ruhe auf das “Endspiel Euro gegen US-Dollar” vor und machen Sie sich jetzt Gedanken über Ihre Kapitalanlagen. Wer solide plant, kann durchaus auch als Gewinner aus der Krise gehen. So war es schon immer und wird es immer sein. Und wer derartig brisante Szenarien ignoriert, könnte dabei mehr als nur sein Papiergeld verlieren.

Natürlich halte ich Sie weiterhin auf dem Laufenden.

 

 

 

 

 

Ihr Felice Boffilo


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