Wieder Millionen weg!

Erneut verlieren Kleinanleger Millionen aufgrund Investitionen in dubiose Kapitalanlagen. Wie das Handelsblatt heute berichtete, ist die Frankonia – Gruppe unter der Leitung der beiden ehem. Weltklassefechter aus Tauberischofsheim, Elmar Borrmann und Thomas Gerull, der Brandherd für einen bundesweiten Flächenbrand mit rund 50.000 geschädigten Anlegern.

 

Nürnberg. 01.06.2011 (c) LCF

Liebe Leser,

Fakt ist: die beiden ehemaligen Fechter waren einst weltklasse. Was nach Ende dieser Karriere folgte, dürfte man eher als zweifelhaft bezeichnen. Borrmann und Gerull starteten Mitte der 90er Jahre mit der Frankonia-Gruppe am grauen Kapitalmarkt. Das waren die goldenen Zeiten für viele Fondsgesellschaften, denn kaum ein Kunde ahnte damals, wie fahrlässig teilweise mit den Kundengeldern gewirtschaftet wurde. Kein Kontrollsystem war dem Wachstum der Graumarkt-Produkte gewachsen, die wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Aus über 3000 Gesellschaften wurde denn im neuen Jahrtausend durch schärfere BaFin-Regelungen auf unter 150 reduziert. Die meisten Gesellschaften verschwanden aber nicht, ohne erheblichen Schaden zu hinterlassen.

Lt. den aktuellen Handelsblatt-Informationen belaufen sich die Verluste für Anleger in dieser Sache auf ca. 150 Millionen Euro, die über rund 50.000 Anleger eingesammelt wurden. Insbesondere Fonds der Frankonia-Gruppe seien betroffen, die nach Umbenennung heute Deltoton heißt. Außerdem zieht auch der Fonds Capical Sachwert Alliance (CSA) erhebliche Verluste nach sich.

Natürlich wurde sich für die Verteilung der Kapitalanlagen auch vieler gutgläubiger Finanzdienstleister bedient, die nun in der ebenfalls Haftungsfalle sind, wenn sich Geschädigte zusammenschließen und klagen. Sofern Sie einen guten Anwalt suchen, schreiben Sie uns. Wir empfehlen Ihnen nur Profis, die Ihr Handwerk verstehen.

Borrmann und Gerull starteten Mitte der 1990er Jahre mit der Frankonia-Gruppe am grauen Kapitalmarkt. 2004 trennten sich ihre Wege: Borrmann machte mit den Fonds der CSA weiter. Die Verwaltungsgesellschaft dieser Fonds verkaufte er 2009.

Fazit:

Wie oft habe ich in den letzten Monaten über kranke oder gescheiterte Kapitalanlagen berichten müssen. Ein trauriges Bild, das übrig bleibt, wenn man mit etwas Abstand nachdenkt, welche Kapitalanlagen heute noch vertrauenswürdig sind. Etwa Bankanlagen? Nein, nein, die Wahrheit wäre verleugnet, würde man das glauben. Versicherungsanlagen? Meinen Sie, die Manager dieser Prachtpaläste wirtschaften besser mit den Kundengeldern? Natürlich wäre unfair, wenn ich als Paradebeispiel für alle Gesellschaften die sogenannte “Sex-Orgien-Gesellschaft” heranziehen würde, wie mit Ihren Geldern grundsätzlich umgegangen wird. Ein beispielhafter Wachrüttler war diese Situation allerdings schon, denn auch solche Partys sind nur möglich, wenn viele Kleinanleger zuvor Ihr Geld dorthin anvertraut haben.

Und was bleibt dann eigentlich noch? Bundespapiere? Da können Sie auch gleich Derivate kaufen und damit zocken, wie im Casino. Welches Land um uns herum ist wirklich noch so gesund, dass uns retten könnte, wenn die Überschuldung in ein paar Jahren unweigerlich eintritt? Wir erleben es soeben live in den USA!

Oder nehmen Sie die Leistungsbilanz der meisten Fondsmanager von Aktien-Rentenfonds oder ähnlichen Finanzinstrumenten.., jämmerlich, um es auf den Punkt zu bringen. Ich habe Ihnen in einem News-Blog unlängst davon ausführlich berichtet.

Aus meiner Sicht bleiben derzeit noch flexible Sachwerte, die eine gewisse Kaufkraft aufrecht erhalten. Dazu zählen physische Edelmetalle. Unsere Leser wissen das und sind längst eingedeckt. Und mittel- bis langfristig nachtürlich Investitionen in regenerative Energien und in Immobilien.

 

 

 

 

Ihr Felice Boffilo


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